Ökologische Massnahmen an der Loisach unterhalb des Kochelsees
Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim führt seit langem flussbauliche und ökologische Massnahmen zur Aufwertung der Gewässerstruktur an der Loisach unterhalb des Kochelsees durch.
Ökologischer Ausbau an der Loisach und des einmündenden Lainbaches
Ökologischer Ausbau an der Loisach und des einmündenden Lainbaches
Der Freistaat Bayern, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Weilheim, hat am 29.11.2021 mit dem ökologischen Ausbau an der Loisach und des einmündenden Lainbaches in der Gemeinde Benediktbeuern begonnen. Die Maßnahme wurde gemeinsam mit dem Sportfischerverein „Die Gespließten“ geplant.
Der betroffene Abschnitt der Loisach ist bisher sehr strukturarm. Die Verbesserung des ökologischen Zustandes der Gewässerstrecke, die heute mit mäßig bewertet wird, ist im Zuge der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) erforderlich. Durch den Ausbau werden die Durchgängigkeit an der Loisach und eine verbesserte Quervernetzung zum Lainbach, d.h. die Anbindung des Seitengewässers an das Hauptgewässer, hergestellt. Die Maßnahme fördert die biologische Wirksamkeit des Gewässers und ist gleichzeitig ein Baustein für die Erreichung des guten ökologischen Zustandes. Die Fischfauna und die Hydromorphologie an der Loisach erfahren eine große Verbesserung.
Umbau des Wehres in der Loisach und des Uferverbaus im Bereich der Lainbachmündung
Umbau des Wehres in der Loisach und des Uferverbaus im Bereich der Lainbachmündung
Im 1. Bauabschnitt wurde die Höhe des bestehenden Wehres in der Loisach verringert, sowie der Uferverbau im Bereich der Lainbachmündung entfernt. Zudem wurden fließweisende, ingenieurbiologische Elemente eingebaut. Die Arbeiten wurden von der Flussmeisterstelle Benediktbeuern ausgeführt. Die eigendynamischen Prozesse der beiden Fließgewässer sollen in Zukunft für eine natürliche Ausbildung der Sohle und der Uferbereiche sorgen.

Einbau einer Lenkbuhne vor dem Wehr

Lenkbuhne kurz vor Vollendung

Einbringung von Totholz

Fertiggestellte Lenkbuhne

Kurz nach der Fertiggstellung beginnen die dynamischen Abtragungsprozesse auf der gegenüberliegenden Uferseite

Ausbildung eines Uferanrisses im Mai 2022

Uferanriss im September 2022

Hochwässer sind wichtige Ereignisse für die Umgestaltung des Flusslaufes

Erhöhter Wasserstand in der Loisach gestaltet die Uferbereiche weiter um
Luftbilder der Entwicklung des Flusslaufes der Loisach und des Lainbaches durch die durchgeführten Massnahmen
Luftbilder der Entwicklung des Flusslaufes der Loisach und des Lainbaches durch die durchgeführten Massnahmen

Luftbild aus der Bayernbefliegung 2020 vor dem Beginn der Massnahmen

Luftbild aus der Bayernbefliegung 2022 kurz nach dem Beginn der Massnahmen

Drohnenaufnahme des Wasserwirtschaftsamt Weilheim im Oktober 2022

Drohnenaufnahme des Wasserwirtschaftsamt Weilheim im August 2023

Luftbild aus der Bayernbefliegung 2024

Drohnenaufnahme des Wasserwirtschaftsamt Weilheim im Februar 2025

Drohnenaufnahme des Wasserwirtschaftsamt Weilheim im März 2026

Drohnenaufnahme des Wasserwirtschaftsamt Weilheim im März 2026
Weiterführende Informationen
Dokumente zum Download/Bestellen
Stand:
März 2026
Entschlammung des Altwasserarms der Loisach bei Bierbichl, Fkm 20,5
Entschlammung des Altwasserarms der Loisach
bei Bierbichl, Fkm 20,5
Bestehende Verhältnisse
Die ehemalige Flusskurve der Loisach wurde bei Ausbau- und Korrekturmaßnahmen in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts von der Loisach im Oberwasser abgetrennt. Aus der alten Schleife bildete sich ein Altwasser mit einer Länge von rd. 300 m und einer Breite zwischen 30 - 40 m aus.

Luftbild der Loisach, Fkm 20,5, von 2024

Luftbild der Loisach, Fkm 20,5, von 1946
Das Altwasser zeigt in den letzten Jahren stark zunehmende Verlandungstendenzen. Die derzeit durchschnittliche Wassertiefe beträgt, abhängig vom Wasserstand der Loisach nur noch rd. 40 cm. Bei Niedrigwasser fiel der hintere bzw. westliche Teil des Altwassers oft trocken und im Sommer kam es vermehrt zu starkem Wachstum von Wasserpflanzen und somit zu einer erhöhten Sauerstoffzehrung durch das abgestorbene Pflanzenmaterial. Ohne einen Eingriff, ist davon auszugehen, dass das Altwasser in einigen Jahren komplett verlandet.
Das Altwasser ist einer der wenigen Jungfischhabitate sowie ein Wintereinstand in der Loisach und somit ein wichtiger Bestandteil für ein funktionierendes Ökosystem in der Loisach.

Altwasser Bierbichl bei Mittelwasser, April 2019

Altwasser Bierbichl bei Niedrigwasser, Mai 2025
Ziel und Zweck der Maßnahme
Ziel der Maßnahme ist es, einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des guten ökologischen Zustandes der Loisach nach europäischer Wasserrahmenrichtline zu leisten.

Übersichtsplan der Maßnahme
Die betroffene Gewässerstrecke ist Teil des Flusswasserkörpers 1_F392 „Loisach vom Kochelsee bis Mündung in die Isar“. Bei diesem Flusswasserkörper handelt es sich um einen mäßig bis stark veränderten, zumindest jedoch sehr strukturarmen Wasserkörper. Im 3. Bewirtschaftungsplan der europäischen Wasserrahmenrichtlinie mit Stand 2023 ist der ökologische Zustand dieses Oberflächenwasserkörpers insgesamt mit „mäßig“ bewertet. Ausschlaggebend dafür ist der mäßige Zustand der Fischfauna, während sowohl Makrozoobenthos als auch Makrophyten/ Phytobenthos einen sehr guten bis guten Zustand anzeigen.
Mit der Entlandung des Altarms und der Entwicklung von Jungfischhabitaten stellt die Maßnahme einen wichtigen Trittstein auf dem Weg zum verfolgten Umweltziel – Erreichen eines guten ökologischen Zustands der Oberflächengewässer – nach europäischer Wasserrahmenrichtlinie dar.
Art und Umfang des Vorhabens
Nach Vorerhebungen wird davon ausgegangen, dass ca. 7.000 m³ Schlamm mithilfe einer an einem Saugboot montierten Schlammpumpe aus dem Altwasser zu entnehmen sind. Zu Beginn der Maßnahme wird mittels eines Ringdeiches ein Absetzbecken errichtet.

Saugboot mit Schlammpumpen, 13.10.2025

Absetzbecken, 13.10.2025

Absetzbecken während Trocknungsphase, 04.03.2026
Der Schlamm aus dem Altwasser wird in das Absetzbecken gepumpt und zur Entwässerung gelagert. Nach einer Trocknungsphase von voraussichtlich 6 Monaten wird das entwässerte Material beprobt und anschließend fachgerecht verwertet bzw. entsorgt.
Der Ringdeich wird nachfolgend zurückgebaut und die landwirtschaftliche Nutzfläche wieder hergestellt.
Stand:
März 2026
Ansprechpartner:
Frau Andrea Kröner, Tel. 0881 / 182-126
Frau Franziska Marten, Tel. 0881 / 182-134
