Flussbauliche Maßnahmen an der Isar
Übersicht der Strukturmaßnahmen an der Isar
Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) der EU gibt vor, dass alle Gewässer Europas bis 2027 wieder in einen „guten Ökologischen Zustand“ versetzt werden sollen. Um dieses Ziel zu erreichen werden auch entlang der Isar Maßnahmen zur Strukturverbesserung im Flusslauf, Pflegemaßnahmen an den Uferbereichen oder Renaturierungsmaßnahmen nach dem vorliegenden Umsetzungskonzept der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) an der Isar umgesetzt.
Schaffung neuen Lebensraumes in und an der Isar unterhalb des Kraftwerks Bad Tölz
(März 2023)
Schaffung neuen Lebensraumes in und an der Isar unterhalb des Kraftwerks Bad Tölz
Der Freistaat Bayern, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Weilheim, hat vom 27.01. bis zum 01.03.2023 die Umsetzung von Maßnahmen zur ökologischen Strukturverbesserung im Bereich unterhalb des Kraftwerkes Bad Tölz durchgeführt.
Der betroffene Abschnitt der Isar befindet sich in der Stadt Bad Tölz unterhalb des Kraftwerks. Die Maßnahme erfolgte im Zuge der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU WRRL), deren Ziel es ist, den guten ökologischen Zustand der Isar nach EU-WRRL zu erhalten und zu verbessern und wurde vor der Umsetzung mit der Unteren Naturschutzbehörde, dem Bezirksfischereiverein Bad Tölz e.V. und dem Landesbund für Vogelschutz abgestimmt.

Übersichtsplan der Maßnahme
In der Vergangenheit wurde bei mittleren Abflüssen der sonst trockenliegende linke Seitenarm der Isar geflutet. Dies führte nach Rückgang des Wasserspiegels dazu, dass immer wieder Fische in den entstandenen Fischfallen verendeten. Auch fehlten in diesem Bereich der Isar Rückzugsräume für Jungfische sowie Winterunterstände.

Einbringen von Totholz als Fischunterstände

Einbringen von Strukturelemente aus Steinen und Wurzelstöcken
Zur Reaktivierung des nördlichen Seitenarms mit der Querverbindung wurden rd. 10.000m³ Kies entnommen.
Hiervon wurden ca. 8.300m³ des gröberen Materials zu Anhebung der Sohle und Schaffung einer Kiesinsel in die Isar umgesetzt. In dem Gewässerabschnitt der Isar erfolgte eine Dreiteilung des Flusslaufes mit unterschiedlichen Strukturen und Strömungsverhältnissen. Im Hauptstrom sind weiterhin tiefe Gumpen vorhanden und es herrscht eine verhältnismäßig starke Strömung. Im mittleren Gewässerlauf sind schwach durchströmte Bereich mit Strukturelementen aus Steinen und Wurzelstöcken maßgebend. In dem neugeschaffenen Seitenarm, welcher eher schwach durchströmt ist, sind Wintereinstände und Rückzugsräume, die guten Schutz vor Fressfeinden bieten, entstanden. Um den Zufluss in den neuen Seitenarm zu verbessern, wurde Oberstrom am linken Ufer der Isar ein Sporn errichtet, welcher dazu dient, Kiesablagerungen von diesem Bereich fernzuhalten. Mit ca. 1.700m³ Kies wurde der südliche Bereich des alten Seitengerinnes aufgefüllt, damit dieser Bereich bei kleinen und mittleren Abflüssen nicht überströmt wird. Somit wird verhindert, dass sogenannte Fischfallen entstehen können.

Einbringen von Störsteinen ins Gewässer

Aufschüttung einer neuen Kiesinsel
Durch die Maßnahme ergab sich zusätzlich eine Aufwertung eines Brutplatzes von Flussuferläufern, einer kiesbrütenden Watvogelart. „Das ist ein Paradebeispiel, wie durch gute Zusammenarbeit etwas für die Gewässerlebewesen und die Auenbewohner erreicht werden kann“, so Michael Schödl vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz. Die geeigneten Brutstrukturen wurden gezielt stehen gelassen, so dass die Vögel gute Bedingungen vorfinden. Durch geschickte Maßnahmenführung soll der Bereich auch dauerhaft bestehen bleiben. So könnten sich auf offenen Aueflächen auch noch andere seltene Arten, wie beispielsweise der Kiesbankgrashüpfer oder die Kiesbankwolfsspinne, etablieren. Dazu wird noch eine Beschilderung zum Schutz der Kiesbrüter aufgestellt, damit sich die Erholungsnutzer daran orientieren können.

Besatz des Bereiches mit Jungfischen durch die Vertreter des Bezirksfischereiverein Bad Tölz e.V.,
Landesbund für Vogelschutzes und Wasserwirtschaftsamt Weilheim

Nach Beendigung der Maßnahme haben Vertreter des Bezirksfischereiverein Bad Tölz e.V., Landesbund für Vogelschutzes und Wasserwirtschaftsamt Weilheim gemeinsam den Bereich im März mit Jungfischen besetzt.
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Dieses Projekt ist abgeschlossen!
Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim dankt allen Beteiligten für die Unterstützung und das Engagement bei der Umsetzung dieses Projekts!

Stand:
März 2023
Strukturverbesserungsmaßnahmen an der Isar bei Untergries
Strukturverbesserungsmaßnahmen an der Isar bei Untergries
Fkm 205,1 bis 205,8
Um in der Isar bei Untergries in der Gemeinde Gaißach den Lebensraum für Fische in ihren verschiedenen Lebensabschnitten zu verbessern, wurden Anfang März 2026 Strukturverbesserungsmaßnahmen im Bereich von Flusskilometer 205,1 bis 205,8 der Isar durch die Flussmeisterstelle Lenggries des Wasserwirtschaftsamt Weilheim vorgenommen.

Strukturverbesserung in der Isar bei Untergries - Einbringung von Totholz
Mit Hilfe zweier Kettenbagger wurden verfestigte Kiesstrukturen umgelagert und neue Kiesinseln modelliert. Der vorhandene Kies kann nun auch durch kleinere Hochwasserabflüssen mobilisiert und umgelagert werden, sodass Laichhabitate entstehen können. Zusätzlich wurden Wasserbausteine als Strukturelemente eingebracht, welche zu mehr Varianz der Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten führen.

Strukturverbesserung in der Isar bei Untergries - Modellierung von Kiesinseln
Gleichzeitig wurde vor Ort gewonnenes Totholz in das Gewässer eingebracht. Vor allem die neu entstandenen Flachwasserzonen sowie die Totholzstrukturen sind ein wichtiger Rückzugsbereich für Jungfische, da hier Fressfeinde keinen leichten Zugang haben. Die tieferen Wasserzonen dienen als Rückzugsort für die adulten Fische.
Die Maßnahme wurde im Einvernehmen mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Bad Tölz – Wolfratshausen und dem Bezirksfischereiverein Bad Tölz e.V. durchgeführt. Bei der Umsetzung wurde darauf geachtet, dass der Bereich für Boote weiterhin passierbar bleibt.
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Stand:
März 2026
Flussbauliche Maßnahmen in der Isar in der Gemeinde Gaißach bei Schalchern
Flussbauliche Maßnahmen in der Isar in der Gemeinde Gaißach bei Schalchern
An der Isar startete die Umsetzung einer Maßnahme, die zum einen der gewässerökologischen Aufwertung dient und gleichzeitig der langfristigen Sicherung des rechten Isarufers im Bereich der Bundesstraße 13 bei Schalchern. Momentan arbeitet das Wasserwirtschaftsamt in der Isar kurz unterhalb der Mündung des Steinbaches (Wackersberg).
Projektgebiet zwischen Fkm, 206,2 und 206,8 (gelber Pfeil) mit der Steinbachmündung am südlichen Ende des Abschnittes
Der Abfluss der Isar wurde in der Vergangenheit stark auf einen Hauptarm konzentriert, die Prallufer wurden mit Wasserbausteinen gesichert. Damit wurde der Isar eine Morphologie aufgezwungen die nicht der Flusscharakteristik eines Wildflusses entspricht. Um dieser eigentlich untypischen Gewässerentwicklung der Isar etwas entgegen zu wirken ist geplant der Isar wieder mehr Raum zu geben und durch unterschiedliche Strukturen mehr Strömungsdynamik im Gewässerlauf zu schaffen.
Luftbild des Projektgebietes
Mittels sogenannter Buhnen, aus Wasserbausteinen erstellte strömungslenkende Bauwerke in der Gewässersohle, wird das Wasser von der Außenkurve der Isar abgelenkt und die Hauptströmung Richtung Westen verlagert. Dies führt dann am westlichen Ufer zur natürlichen Uferaufweitung und –aufwertung. Gleichzeitig wird der östliche Pralluferbereich weniger stark durch die Strömung angegriffen- einem aufwendigen baulicheren Eingriff zur Sanierung der Ufersicherung im Bereich der B13 kann entgegengewirkt werden.
Beginn der Arbeiten
Die ersten Steine der Lenkbuhnen werden gesetzt
Der Anfang ist gemacht...
Die Buhnenform wird langsam sichtbar
Schweres Gerät auf der Baustelle
Ein erster Teilabschnitt des Buhnenbaus wird bis März dieses Jahres umgesetzt. Zwischen April und Oktober werden die Bauarbeiten aus naturschutzfachlichen- und touristischen Gründen pausieren, ab November wird wieder im Gewässer gearbeitet. Der Abschluss der Maßnahme ist für März 2026 geplant.
Die Baumaßnahmen werden von der Flussmeisterstelle Lenggries umgesetzt und im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde und dem Bezirksfischereiverein Bad Tölz durchgeführt.
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Stand:
März 2026
Pflegekonzept Fleck – Lenggries
Pflegekonzept Fleck – Lenggries
Durch die gezielte Entbuschung und Pflege von Flächen an der Isar sollen Magerrasenflächen offengehalten werden. So werden zum einen eigendynamische Prozesse der Isar unterstützt, zum anderen können so Teilhabitate der Kiesbankheuschrecken vernetzt werden, um eine Ausbreitung des Kiesbank-Grashüpfers und der Gefleckten Schnarrschrecke zu ermöglichen.

Übersichtslageplan der genutzten Fläche
Die Fläche, auf der unten beschriebene Pflegemaßnahmen umgesetzt werden sollen, befindet sich am rechtsseitigen Ufer der Isar unmittelbar flussabwärts nach dem Flecker Wehr in der Gemeinde Lenggries. Die Pflegemaßnamen bestehen im Wesentlichen aus zwei Teilflächen.

Übersichtsplan Pflegekonzept Flurnummer 4601/0 bei Fleck, Gemarkung Lenggries
Teilfläche Ziegenbeweidung
Um die Artenvielfalt aufrechtzuerhalten und unerwünschte Vegetation einzudämmen, wird die im Plan rot umrandete Fläche mit Ziegen beweidet.
Eingezäunte Pflegefläche
Die Beweidung durch Ziegen stellt eine umweltschonende Alternative zur maschinellen Entbuschung der Uferbereiche dar, da hierdurch weder Lärm noch nennenswerte Bodenverdichtung verursacht werden. Da austreibende Weiden und Nadelgehölze durch die Ziegen am besten im Frühjahr verbissen werden können, werden die Tiere jährlich zu Beginn der Vegetationszeit ab Mai auf die eingezäunte Fläche getrieben. Um die Blüte und Samenreife der wertgebenden Orchideen-Arten zu ermöglichen, findet von Mitte Juni bis Mitte August eine einmonatige Beweidungspause statt.

Beweidung durch Ziegen
Nach der Beweidungspause verbleiben die Ziegen bis zum Ende der Vegetationsperiode, also ca. September/Oktober auf der für die Beweidung vorgesehenen Fläche. Welche Herdengröße sich in Zusammenspiel mit der Ziegenrasse am besten eignet, um ein ideales Pflegeergebnis zu erreichen, wird in den nächsten Jahren erprobt. Gegebenenfalls werden auch andere Tierarten wie z. B. Esel ergänzend zu den Ziegen eingesetzt, um der Verbuschung möglichst effizient entgegenzuwirken bzw. den mageren Standort optimal zu entwickeln bzw. zu erhalten.
Teilflächen maschinelle Entbuschung
In den im Plan grün umrandeten Flächen ist der Bewuchs teilweise schon zu stark ausgebildet, um ihn mit bloßer Beweidung in den Griff zu bekommen. Daher wird an dieser Stelle eine maschinelle Entbuschung durchgeführt.
Die maschinelle Entbuschung startete Mitte November 2025 und wird durch die Flussmeisterstelle Lenggries durchgeführt.
Insgesamt soll die Fläche nicht zu stark freigestellt werden, da aufgrund extremer Sonneneinstrahlung, Hitze und Trockenheit im Sommer, andernfalls Vegetationsschäden zu befürchten wären. Daher bleiben über die Fläche verteilte Gehölzgruppen erhalten. Hierbei wird insbesondere auf den Erhalt kräftig gewachsener Kiefern geachtet. Die Entbuschung soll von den bestehenden Zufahrten aus, angrenzend an die Schwerpunkte bekannter Heuschreckenvorkommen, begonnen werden. Je nach Fortschritt kann im Herbst/Winter 2025/26 die gesamte „Entbuschungsfläche 2025“ gemäß Lageplan entbuscht werden.
Mit Baggern werden zwei Schneisen (Breite ca. 3 m) in den Gehölzbestand hinein angelegt, um offene Teilbereiche zu verbinden und neue Kiesflächen als Pionierstandorte zu schaffen. Im Umgriff der „Baggerschneisen“ sollen die Weidenbüsche nach Möglichkeit mit Wurzeln entnommen werden, um ein schnelles Nachwachsen zu verhindern. Fichten und Kiefern werden abgeschnitten, da bei den Nadelgehölzen ein Neuaustrieb nicht zu befürchten ist. Zum Schutz von Heuschreckengelegen im Boden wird der Isarnahe Bereich mit jungen Kiefern manuell entbuscht. Vereinzelt werden aus dem entnommenen Material Asthaufen als Rückzugsorte für Reptilien und andere Kleintiere angelegt. Das restliche Material wird von der Fläche abgefahren.
Die Entnahme der Gehölze erfolgt im Zeitraum 1. Oktober bis Ende Februar, außerhalb der Vogelbrutzeit.
Weiterführende Informationen
Dokumente zum Download
Stand:
Januar 2026
Ansprechpartner:
Frau Andrea Kröner, Tel. 0881 / 182-126
Frau Franziska Marten, Tel. 0881 / 182-134
