Hochwasserschutz Oberammergau
Der Hochwasserschutz in Oberammergau ist eine integrale Aufgabe. So sind Maßnahmen im Einzugsgebiet (Thema Bergwald und Unterhaltung/Erhalt/Ausbau der Wildbachbauwerke) als auch Strategien zum Hochwasserschutz im besiedelten Ortsbereich erforderlich und umzusetzen.

Bau des Geschieberückhalts am Kainzengraben
Umgesetzte Maßnahmen - Hochwasserschutz Oberammergau
Umgesetzte Maßnahmen - Hochwasserschutz Oberammergau
Zum Zwecke des Hochwasserschutzes für Oberammergau wurden bereits zahlreiche Maßnahmen im Einzugsgebiet umgesetzt:
Neubau der Geschiebesperre mit Wildholzrechen mit Baukosten in Höhe von ca. 3,2 Mio. €.
Ihr Bau war 2015 abgeschlossen.
Wildholzrechen an der Große Laine
Geschiebesperre an der Große Laine
Unterhaltungsmaßnahmen an einigen der über 200 Wildbachbauwerken im Einzugsgebiet.
Hierfür hat das Wasserwirtschaftsamt Weilheim bis Ende 2025 3,1 Mio. € verbaut.
- Im Rahmen der Gerinnesanierung am Kainzengraben fielen Baukosten in Höhe von ca. 180.000 € an.
- Die Gerinnesanierung am Lainegraben schlug mit Baukosten in Höhe von ca. 160.000 € zu Buche.
Sperrensanierung Große Laine
Dosiersperre an der Großen Laine
- Die Sanierung der Großen Laine auf Höhe der Laberbergbahn verursachte Kosten in Höhe von ca. 320.000 €.
Sanierung der Großen Laine auf Höhe der Laberbergbahn
Von 2010 bis 2023 fielen für die Planung der Teilüberleitung inklusive des Modellversuchs für das Aufteilungsbauwerk Kosten in Höhe von ca. 1,7 Mio. € an.
Im Juli 2023 hat sich der Gemeinderat aufgrund von Problemen beim Grunderwerb gegen die Variante Teilüberleitung und für den linearen Ausbau der Großen Laine mit Ertüchtigung der Zuläufe entschieden.
Aktuelles zu Bau und Planung - Hochwasserschutz Oberammergau
Aktuelles zu Bau und Planung - Hochwasserschutz Oberammergau
2025/2026
Bau des Geschieberückhalts am Kainzengraben und der Seilnetzsperre am Lainegraben

Bau des Geschieberückhalts am Kainzengraben
2025
Sanierung der Großen Laine auf Höhe der Laberbergbahn

Gerinnesanierung auf der Höhe der Laberbahn
Artenschutzrechtliche Untersuchung des Baumbestandes entlang der Großen Laine

Baumkontrolle an der Großen Laine
2024
Fertigstellung der Entwurfs- und Genehmigungsplanung für den Geschieberückhalt am Kainzengraben und die Seilnetzsperre am Lainegraben.
Seit Februar 2024
Bearbeitung der Entwurfsplanung auf Grundlage der Vorzugsvariante für den linearen Ausbau der Großen Laine und die Ertüchtigung der Esellaine, des Köckenbachs und des Kühberggrabens.
September 2023 bis Februar 2024
Durchführung eines Vergabeverfahrens nach der Vergabeverordnung (VgV) für die Planungsphase ab der Entwurfsplanung (LPH3) für den linearen Ausbau der Großen Laine mit Ertüchtigung der Esellaine, des Köckenbachs und des Kühberggrabens (Die Anwendung dieser Vergabeverordnung ist vorgeschrieben, wenn der Auftragswert die EU-Schwellenwerte erreicht oder übersteigt).
Juli 2023
Mit Gemeinderatsbeschluss vom 24.07.2023 hat sich der Gemeinderat Oberammergau für den linearen Ausbau der Großen Laine und die Hochwasserschutzmaßnahmen an den der Großen Laine zufließenden Wildbächen ausgesprochen.
2022
Deich und Gerinnesanierung am Kainzengraben

Deich und Gerinnesanierung am Kainzengraben
Aktuelle Planung an der Großen Laine und ihren Zuläufen - Hochwasserschutz Oberammergau
Hochwasserschutz Oberammergau - Aktuelle Planung an der Großen Laine und ihren Zuläufen
Seit Anfang 2024
Seit Anfang 2024 wird die Entwurfsplanung für den Hochwasserschutz an der Großen Laine auf Grundlage der Vorzugsvariante für den linearen Ausbau der Großen Laine und der Ertüchtigung der Esellaine, des Köckenbachs und des Kühberggrabens bearbeitet (siehe Historie). Seither befinden sich alle Projektbeteiligten in intensivem Austausch.
Stand Juli 2023
Planung linearer Ausbau mit Ertüchtigung der Esellaine, des Köckenbachs und des Kühberggrabens
Im Herbst 2020 begann mithilfe von hydraulischen Simulationen Untersuchungen, ob die Möglichkeit besteht, den Bemessungsabfluss der Großen Laine über ihr Gerinne innerorts abzuführen.
Zunächst wurde die Steigerung der Leistungsfähigkeit an den Brücken untersucht, indem der Fließquerschnitt unter den Brücken maximal vergrößert wurde. Daraufhin folgten noch zahlreiche Rechenläufe, bis eine Vorzugsvariante für den linearen Ausbau gefunden werden konnte. Anschließend wurden die hydraulischen Untersuchungen auf die der Großen Laine zufließenden Wildbäche (Kühberggraben, Kainzengraben, Köckenbach, Lainegraben und Esellaine) ausgeweitet. Es zeigte sich anhand der hydraulischen Simulationsergebnisse, dass lediglich der Ausbau der Großen Laine innerorts nicht auseichend ist, um den Hochwasserschutz in der Ortslage zu verbessern.
Abgesehen von den hydraulischen Untersuchungen wurden Baugrunduntersuchungen und erste naturschutzfachliche Bewertungen durchgeführt. Die Baugrunduntersuchungen zeigen auf, dass tragfähiger Untergrund in der Regel erst einige Meter unter der Gewässersohle auftritt. Im unteren Bereich der Großen Laine findet man die für die Gründung erforderlichen standsicheren und verformungsarmen Schichten mit den Schmelzwasserkiesen meist erst in einer Tiefe von ca. 5 Metern unter Gewässersohle. Darüber liegen organische Deckschichten (Seeablagerungen, Anmoorböde, teilweise Torfe).
Neben den hydraulischen Varianten wurden entlang der betrachteten Gewässer auch unter Berücksichtigung der angetroffenen geologischen Verhältnisse unterschiedlichste Varianten der baulichen Umsetzung bewertet. Aus dem Variantenstudium (ökonomische, räumliche, technische und ökologische Bewertungen) ergab sich die Vorzugsvariante.
Zum Lageplan der geplanten Massnahmen (14 MB)
An der Großen Laine wird in weiten Bereichen ein ausreichend leistungsfähiges Gerinne durch die Herstellung eines Rechteckgerinnes erreicht.
Vorzugsvariante - Regelschnitte Große Laine
Die Maßnahmen an den Zuläufen zur Großen Laine werden im Folgenden kurz erläutert:
- Am Kühberggraben ist der Bau einer Schwergewichtsmauer im Bereich des Parkplatzes "Wellenberg" und Maßnahmen zur Herstellung eines ausreichend leistungsfähigen Abflussquerschnitts vorgesehen.
- Am Kainzengraben ist wie bei der Teilüberleitung auch ein Rückhaltebecken geplant, um den Geschiebeeintrag in den Köckenbach zu minimieren.
- Am Köckenbach sind ebenfalls Maßnahmen zur Herstellung eines ausreichend leistungsfähigen Abflussquerschnitts vorgesehen.
- Am Lainegraben ist zur Reduzierung des Totholzeintrags der Bau einer Seilnetzsperre vorgesehen und im weiteren Verlauf muss das Gerinne saniert und geringfügig ertüchtigt werden.
- Da entlang der Esellaine Ausuferungen, die die Ortslage gefährden, zu verzeichnen sind, sind dort ebenfalls Maßnahmen zur Herstellung eines ausreichend leistungsfähigen Ablussquerschnitts vorgesehen.
Historie der Planung - Hochwasserschutz Oberammergau
Hochwasserschutz Oberammergau - Historie der Planung
Sanierung und Hochwasserschutz Oberammergau / Große Laine
Planung der Teilüberleitung

Schon 2009 wurden im Rahmen der damals aufgestellten Basisstudie verschiedenste Maßnahmen zum HWS von Oberammergau gegenübergestellt. Ein Hochwasserrückhaltebecken wurde aufgrund der Topografie verworfen. Ein innerörtlicher Ausbau der Großen Laine bzw. Windbachlaine mit Esellaine und Kainzengraben erschien aufgrund der beengten Platzverhältnisse an der Windbachlaine und der zahlreichen Brückenbauwerke als zu aufwendig (auf einer Strecke von insgesamt 3,3 km).
Als weitere Möglichkeit wurde eine Ableitungsvariante in Betracht gezogen. Darüber hinaus wurde auch die Erfordernis der Sanierung zahlreicher Sperren im Einzugsgebiet gesehen.
Im Jahr 2011 wurde eine Pilotstudie zur Erarbeitung eines integralen Wildbachsanierungskonzeptes, eines der ersten Integralen Wildbachentwicklungskonzepte in Bayern, in der Gemeinde Oberammergau erstellt.
Beurteilt wurden die Große Laine als Hauptvorfluter sowie alle Zuflüsse im Einzugsgebiet und der Schnitzlergraben. Hierfür wurde das Einzugsgebiet umfassend untersucht und hinsichtlich der relevanten wildbachspezifischen Prozesse und Faktoren bewertet.
In der Pilotstudie wurden Maßnahmen aufgezeigt, die sowohl im Einzugsgebiet wirken (Thema Bergwald und Unterhaltung/Erhalt/Ausbau der Wildbachbauwerke) als auch Strategien zum Hochwasserschutz im besiedelten Ortsbereich.
Als beste Variante ergab sich dabei eine Maßnahmenkombination bestehend aus der Errichtung eines Entlastungsgerinnes (Teilüberleitung) für das Hochwasser der Großen Laine und dem teilweisen Gewässerausbau der bestehenden Gerinne (Kühberggraben, Köckenbach, Esellaine, Lainegraben, Kainzengraben und Große Laine). Diese Variante wurde nach Durchführung eines EU-weiten Verfahrens von der Arge Ingenieurbüro Dr.-Ing. Koch Bauplanung GmbH und Patscheider Engineers bis zur Genehmigungsplanung bearbeitet.
Zur Karte Entwurfsplanung Hochwasserschutzmaßnahmen Große Laine (PDF 60 MB)
In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München wurde in der Versuchsanstalt für Wasserbau und Wasserwirtschaft am Oskar von Miller Institut (Obernach) ein Modellversuch durchgeführt, mit dem das Ableitungsbauwerk so dimensioniert wurde, dass im Hochwasserfall die Abflusskapazität von 14 m³/s der Großen Laine im Ortsbereich nicht überschritten wird und das restliche Hochwasser über die Teilüberleitung abfließt. Demnach sollte im BHQ-Fall 65 % des Hochwassers (21,2 m³/s) über die Teilüberleitung abgeführt werden.
Die wasserrechtlichen Genehmigungsunterlagen gingen im Juli 2019 an das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen. Die Stellungnahmen zur Planung und Begutachtung erhielt das Wasserwirtschaftsamt Weilheim Mitte August 2020. Bei den Einwendungen ging es im Wesentlichen um die Fragestellung, ob eine stärkere Beaufschlagung der Innerortsstrecke der Großen Laine und eine entsprechende Reduzierung der Teilableitung möglich ist. Um belastbare Aussagen hierzu treffen zu können, wurde eine vertiefte Untersuchung des linearen Ausbaus der Großen Laine in Auftrag gegeben.
Ein linearer Ausbau hätte zusätzlich den Vorteil, dass dieser auch eine Sanierung des inzwischen sanierungsbedürftigen Gerinnes impliziert.
Mit Gemeinderatsbeschluss vom 24.07.2023 hat sich der Gemeinderat Oberammergau für den linearen Ausbau der Großen Laine und die Hochwasserschutzmaßnahmen an den der Großen Laine zufließenden Wildbächen ausgesprochen. Das Wasserrechtsverfahren an der Teilüberleitung wurde daraufhin abgeschlossen.
Überschwemmungsgebiet - Hochwasserschutz Oberammergau
Hochwasserschutz Oberammergau - Überschwemmungsgebiet
Das Überschwemmungsgebiet der Großen Laine
Die Große Laine aber auch die Nebenbäche wie die Esellaine können ein hundertjährliches Hochwasser nicht schadlos abführen (Siehe Überschwemmungsgebiet).
Aus diesem Grund laufen seit mehreren Jahren Planungen, Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes im Gemeindegebiet Oberammergau.
Information zu Geographie und Geologie - Hochwasserschutz Oberammergau
Hochwasserschutz Oberammergau - Information zu Geographie und Geologie
Das Untersuchungsgebiet liegt in dem oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen, in der Gemeinde Oberammergau. Die umliegenden topografischen Erhebungen bilden die nordöstlichen Ausläufer des Ammergebirges, einer Gebirgsgruppe der Nördlichen Kalkalpen. Das Einzugsgebiet wird im Norden begrenzt durch den Großen Aufacker (1542 m ü.NN) und Kleinen Aufacker (1533 m ü.NN) gefolgt in östlicher Richtung von dem Himmelreichrücken. Im Osten bilden der Schwaiger Berg (1257 m ü.NN) und der Sattel am Bärenbad (1195 m ü.NN), im Südosten der Höllstein-Vorgipfel, im Süden die Felstürme des Ettaler Manndl (1633 m ü.NN) und der Laber (1682 m ü.NN) die begrenzenden Erhebungen des Einzugsgebietes. In der Summe ist das Einzugsgebiet ca. 10 km² groß.
Das Einzugsgebiet der Großen Laine
Das Einzugsgebiet liegt im Bereich von zwei geologischen Einheiten, der Flysch-Zone und der Kalkalpinen (Rand-) Zone. Das Projektgebiet umfasst eine Fläche von ca. 1,5 km².
Ihre Ansprechpartner im Wasserwirtschaftsamt:
Frau Sigrun Frank, Tel. 0881 / 182-209
Herr Horst Hofmann, Tel. 0881 / 182-252
Herr Dr. Andreas Kolbinger Tel. 0881 / 182-116
Stand: Januar 2026

