Renaturierungsmassnahmen
am Verlorenen Bach
Allgemeines und Anlass des Vorhabens
In den 1940er Jahren wurde der Verlorene Bach im Zuge der Flurbereinigung stark begradigt und vieler seiner natürlichen Strukturen beraubt (vgl. Karten von 1930 und heute im Bayernatlas).
Auszug aus der Zeitreise im Bayernatlas, die verdeutlicht wie drastisch der Verlorene Bach verändert wurde.
Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) der EU gibt vor, dass alle Gewässer Europas bis 2027 wieder in einen „guten Ökologischen Zustand“ versetzt werden sollen. Dieses Ziel ist noch in weiter Ferne, aber an den rot markierten Stellen sind laut Umsetzungskonzept der WRRL Renaturierungen geplant. Weiter nördlich wurden schon einige umgesetzt, die hier genauer beschrieben werden.
Mit diesen punktuellen Verbesserungen der Ökologie soll der Zustand des Verlorenen Baches bis 2027 wieder von aktuell „mäßig“ auf „gut“ verbessert werden.
Reaktivierung einer Bachschleife mit Strukturanreicherung (Frühjahr 2026)
Verlorener Bach Fkm 92,6
Reaktivierung einer Bachschleife mit Strukturanreicherung
Im Frühjahr 2026 wurde nördlich der Kläranlage Penzing-Weil eine Bachschleife wieder aufgegraben, die im Zuge der Begradigung des Verlorenen Baches in den 1940’er Jahren verfüllt wurde. Von eben dieser Begradigung rührt auch das große Strukturdefizit des Gewässers her, welches mit der Reaktivierung ein wenig eingedämmt werden soll. Renaturierungen wie diese haben auf einen Bach immer eine sogenannte Strahlwirkung. Das heißt auch stromabwärts wirkt sich diese Maßnahme positiv auf die Biodiversität im Allgemeinen und die Fischfauna im Speziellen aus. Bereits kurz nach Fertigstellung war auch schon ein gestiegener Besucherverkehr an dem Abschnitt festzustellen, was eine Verbesserung der Sozialfunktion belegt.

Umbau der Bachschleife im Verlorenen Bach bei Fkm 92,6
Beseitigung von Wanderhindernissen bei Winkl (Herbst 2024)
Verlorener Bach Fkm 87,0 und Fkm 87,3
Beseitigung von Wanderhindernissen bei Winkl
Ende 2024 wurde weiter stromaufwärts damit fortgefahren den Verlorenen Bach durchgängig zu machen. Jetzt wurden zwei Wanderhindernisse in und vor Winkl beseitigt.

Absturz im Verlorenen Bach bei Fkm 87,0

Durch die Beseitigung des Absturze wurde die Durchgängigkeit wieder hergestellt

Absturz im Verlorenen Bach bei Fkm 87,3

Durchgängig umgebauter Absturz bei Fkm 87,3
Zur Vorbereitung eines dritten Projekts in diesem Bereich wurde eine Pegelmessanlage versetzt um Platz für eine weitere Fischaufstiegsanlage (FAA) zu schaffen.
Rückbau von Abstürzen in Pittriching (Frühjahr 2023)
Verlorener Bach Fkm 83,4
Rückbau von Abstürzen in Pittriching
In Prittriching wurden im Frühjahr 2023 an zwei Stellen Abstürze zurückgebaut und durch Bauwerke ersetzt, die von Fischen durchwandert werden können.

Absturz im Verlorenen Bach bei Fkm 83,4 vor dem Umbau

Absturz im Verlorenen Bach bei Fkm 83,4 vor dem Umbau
Wasserhaltung während des Umbaus des Absturzes
In den Bauwerken wurde zudem Totholz eingearbeitet um Unterstände zu schaffen und die Strukturvielfalt zu stärken. Auch die Strömungsdiversität würde erhöht in dem man Querbuhnen, Störsteine, Wurzelstöcke und anderes Totholz auf der gesamten Strecke Winkl bis Prittriching eingebracht hat.
Fertiggestellter Umbau des Absturzes in eine Sohlgleite
Fertiggestellter Umbau des Absturzes in eine Sohlgleite
Alle diese Maßnahmen dienen der Verbesserung der Habitatqualität für aquatische Organismen und tragen so zum Erreichen der Ziele der WRRL bei.
Beseitigung eines Absturzes bei Pestenacker
Verlorener Bach Fkm 88,9
Beseitigung eines Absturzes bei Pestenacker
Hier musste bei der Planung besonders berücksichtigt werden, dass eine Brücke für Landwirtschaftliche Maschinen erhalten bleibt.

Absturz bei Fkm 88,9 vor dem Umbau

Die Durchgängigkeit wurde durch Beseitigung des Absturzes wieder hergestellt
Ihre Ansprechpartner im Wasserwirtschaftsamt:
Herr Markus Brandtner, Tel. 0881 / 182-191
Frau Regina Full, Tel. 0881 / 182-233
Herr Klemens Brendel, Tel. 0881 / 182-276
Stand: Mai 2026
