Renaturierungsmassnahmen an der Loisach
von Farchant bis Großweil
Die Loisach ist im Abschnitt zwischen Garmisch-Partenkirchen und Großweil durch die Begradigungen der Vergangenheit über weite Strecken immer noch sehr strukturarm. Die Loisach zeigt häufig einen monotonen Lauf, mit steilen Böschungen, konstanter Gewässerbreite und einer daraus resultierender geringer Strömungsvielfalt. Die Loisach bietet daher streckenweise noch keinen guten Lebensraum für heimische Fischarten wie Huchen, Koppe, Bachforelle, Äsche oder Aitel (Döbel). Es fehlt u. a. bislang häufig an Rückzugsmöglichkeiten im Hochwasserfall, Wintereinständen sowie Gewässerbereichen, die als Ruhezonen oder als Laich-, Nahrungs- und Jungfischhabitat fungieren können. Dies spiegelt sich auch in der Bewertung gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) wider. Der ökologische Zustand ist mit „mäßig“ bewertet.
Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim arbeitet daher seit langem mit zahlreichen Maßnahmen an der Aufwertung der Gewässerstruktur der Loisach. Neben punktuellen, kleineren Maßnahmen wurde an drei Stellen durch Nebengerinne eine deutliche ökologische Aufwertung der Loisach erreicht:
Nebengerinne Achrain (Flusskilometer 59,8)
Nebengerinne Achrain (Flusskilometer 59,8)
In der Nähe von Achrain, zwischen Murnau und Großweil, wurde die alte Loisach-Aue reaktiviert. Dazu wurde ein leicht durchströmtes Nebengerinne wieder geöffnet, welches durch die Einbringung von Totholz, Wurzelstücken und Steinen eine hohe Strömungsvielfalt sowie gute Fischunterstände, Ruhezonen und Jungfischhabitate bietet. Die so zwischen dem Loisach-Hauptarm und dem neuen Nebenarm geschaffene Insel bindet sich mit ihrem alten Baumbestand gut in den so zurückgewonnenen Aue-Lebensraum ein.
Wieder geöffnetes Nebengerinne bei Achrain
Nebengerinne unterhalb Achrain
Bereich am Einlauf zum Nebengerinne
Das Ufer der Loisach wurde auf Höhe des Nebengerinnes rechtsseitig abgetragen. So ist wieder eine große Kiesbank entstanden
Natürlicherweise in die Loisach gefallener und dort belassener Baum am linken Ufer (unterhalb Achrain)
Nebengerinne Oberau (Flusskilometer 76,4)
Nebengerinne Oberau (Flusskilometer 76,4)
Auch im Bereich von Oberau wurde die Loisach aufgeweitet und mit zwei umströmten Inseln der Fluss als Lebensraum deutlich aufgewertet. Der rechtsseitige, strukturreichere Flussarm der Loisach weist eine hohe Breiten- und Tiefenvarianz auf. Die Durchströmung ist insgesamt deutlich geringer als im linksseitigen Arm. Durch die gewählte Anordnung werden gleichzeitig die Anforderungen des Hochwasserschutzes für Oberau weiterhin erfüllt.
Luftbild des Nebengerinnes an der Loisach bei Farchant
Blick auf den strukturreichen, rechten Flussarm der Loisach; im Hintergrund Oberau
Nebengerinne Farchant (Flusskilometer 81,8)
Nebengerinne Farchant (Flusskilometer 81,8)
Im Bereich von Farchant wurde ebenfalls die Fläche der Loisach-Aue genutzt, um einen durchströmten Nebenarm anzulegen. Dieser weist mit seinen flachen, unregelmäßigen Uferböschungen und den eingebrachten Störsteinen eine hohe Strömungsvielfalt sowie Ruhezonen und Jungfischhabitate auf. Wurzelstöcke im Uferbereich bieten den Fischen zahlreiche Möglichkeiten für Einstände.
Luftbild des Nebengerinnes an der Loisach bei Oberau
Kleinräumige Verbesserungen der Gewässerstruktur
Kleinräumige Verbesserungen der Gewässerstruktur
Die über weite Strecken strukturarme Loisach wurde als Fluss-Lebensraum bereits an vielen Stellen auch mit kleinen Maßnahmen verbessert. Buhnen aus Totholz und größere Steine verbessern dort, wo keine größeren Maßnahmen möglich sind, die Strömungs- und Tiefenvarianz und bieten Lebensräume für zahlreiche wirbellose Kleintiere und Fische.
Wurzelstock am rechten Ufer oberhalb Eschenlohe
Verbesserung der Durchgängigkeit
Verbesserung der Durchgängigkeit
Die über weite Strecken strukturarme Loisach wurde als Fluss-Lebensraum bereits an vielen Stellen auch mit kleinen Maßnahmen verbessert. Buhnen aus Totholz und größere Steine verbessern dort, wo keine größeren Maßnahmen möglich sind, die Strömungs- und Tiefenvarianz und bieten Lebensräume für zahlreiche wirbellose Kleintiere und Fische.
Sohlrampe bei Flusskilometer 53,5; im Hintergrund Großweil
Herr Dr. Andreas Kolbinger, Tel. 0881 / 182-116
Herr Horst Hofmann, Tel. 0881 / 182-252
Frau Lisa Schmid, Tel. 0881 / 182-140
Stand:
Mai 2026
