Pflegekonzept Fleck – Lenggries
Durch die gezielte Entbuschung und Pflege von Flächen an der Isar sollen Magerrasenflächen offengehalten werden. So werden zum einen eigendynamische Prozesse der Isar unterstützt, zum anderen können so Teilhabitate der Kiesbankheuschrecken vernetzt werden, um eine Ausbreitung des Kiesbank-Grashüpfers und der Gefleckten Schnarrschrecke zu ermöglichen.

Übersichtslageplan der genutzten Fläche
Die Fläche, auf der unten beschriebene Pflegemaßnahmen umgesetzt werden sollen, befindet sich am rechtsseitigen Ufer der Isar unmittelbar flussabwärts nach dem Flecker Wehr in der Gemeinde Lenggries. Die Pflegemaßnamen bestehen im Wesentlichen aus zwei Teilflächen.

Übersichtsplan Pflegekonzept Flurnummer 4601/0 bei Fleck, Gemarkung Lenggries
Teilfläche Ziegenbeweidung
Um die Artenvielfalt aufrechtzuerhalten und unerwünschte Vegetation einzudämmen, wird die im Plan rot umrandete Fläche mit Ziegen beweidet.
Eingezäunte Pflegefläche
Die Beweidung durch Ziegen stellt eine umweltschonende Alternative zur maschinellen Entbuschung der Uferbereiche dar, da hierdurch weder Lärm noch nennenswerte Bodenverdichtung verursacht werden. Da austreibende Weiden und Nadelgehölze durch die Ziegen am besten im Frühjahr verbissen werden können, werden die Tiere jährlich zu Beginn der Vegetationszeit ab Mai auf die eingezäunte Fläche getrieben. Um die Blüte und Samenreife der wertgebenden Orchideen-Arten zu ermöglichen, findet von Mitte Juni bis Mitte August eine einmonatige Beweidungspause statt.

Beweidung durch Ziegen
Nach der Beweidungspause verbleiben die Ziegen bis zum Ende der Vegetationsperiode, also ca. September/Oktober auf der für die Beweidung vorgesehenen Fläche. Welche Herdengröße sich in Zusammenspiel mit der Ziegenrasse am besten eignet, um ein ideales Pflegeergebnis zu erreichen, wird in den nächsten Jahren erprobt. Gegebenenfalls werden auch andere Tierarten wie z. B. Esel ergänzend zu den Ziegen eingesetzt, um der Verbuschung möglichst effizient entgegenzuwirken bzw. den mageren Standort optimal zu entwickeln bzw. zu erhalten.
Teilflächen maschinelle Entbuschung
In den im Plan grün umrandeten Flächen ist der Bewuchs teilweise schon zu stark ausgebildet, um ihn mit bloßer Beweidung in den Griff zu bekommen. Daher wird an dieser Stelle eine maschinelle Entbuschung durchgeführt.
Die maschinelle Entbuschung startete Mitte November 2025 und wird durch die Flussmeisterstelle Lenggries durchgeführt.
Insgesamt soll die Fläche nicht zu stark freigestellt werden, da aufgrund extremer Sonneneinstrahlung, Hitze und Trockenheit im Sommer, andernfalls Vegetationsschäden zu befürchten wären. Daher bleiben über die Fläche verteilte Gehölzgruppen erhalten. Hierbei wird insbesondere auf den Erhalt kräftig gewachsener Kiefern geachtet. Die Entbuschung soll von den bestehenden Zufahrten aus, angrenzend an die Schwerpunkte bekannter Heuschreckenvorkommen, begonnen werden. Je nach Fortschritt kann im Herbst/Winter 2025/26 die gesamte „Entbuschungsfläche 2025“ gemäß Lageplan entbuscht werden.
Mit Baggern werden zwei Schneisen (Breite ca. 3 m) in den Gehölzbestand hinein angelegt, um offene Teilbereiche zu verbinden und neue Kiesflächen als Pionierstandorte zu schaffen. Im Umgriff der „Baggerschneisen“ sollen die Weidenbüsche nach Möglichkeit mit Wurzeln entnommen werden, um ein schnelles Nachwachsen zu verhindern. Fichten und Kiefern werden abgeschnitten, da bei den Nadelgehölzen ein Neuaustrieb nicht zu befürchten ist. Zum Schutz von Heuschreckengelegen im Boden wird der Isarnahe Bereich mit jungen Kiefern manuell entbuscht. Vereinzelt werden aus dem entnommenen Material Asthaufen als Rückzugsorte für Reptilien und andere Kleintiere angelegt. Das restliche Material wird von der Fläche abgefahren.
Die Entnahme der Gehölze erfolgt im Zeitraum 1. Oktober bis Ende Februar, außerhalb der Vogelbrutzeit.
Weiterführende Informationen
Dokumente zum Download
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Ansprechpartner:
Frau Andrea Kröner, Tel. 0881 / 182-126
Frau Franziska Marten, Tel. 0881 / 182-134
Stand:
Januar 2026
