Wasserwirtschaftsamt
Weilheim

Sylvensteinspeicher

-so benannt nach einer natürlichen Engstelle im oberen Isartal- staut neben der Isar auch deren Seitenzuflüsse Dürrach und Walchen auf. Dadurch entstand ein fjordartiger See, der sich so natürlich in die Berglandschaft einfügt, als sei er ein Relikt aus der Eiszeit.

Seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1959 bietet der Speicher den Bewohnern des Isartals Schutz vor Hochwasser. In Trockenzeiten dient er der Aufhöhung des durch Wasserableitungen geschmälerten Isarabflusses. Daneben hat er sich zu einem Anziehungspunkt für Naherholung und Fremdenverkehr entwickelt und erzeugt mit seinen Wasserkraftwerken umweltfreundlichen Strom. Auch viele seltene Pflanzen- und Tierarten haben sich um den See herum angesiedelt.

Eine Bilanz der technischen Ausrüstung des Speichers nach 30 Jahren erfolgreichen Einsatzes ergab dann einen deutlichen Nachrüstungs- und Verbesserungsbedarf. Die Modernisierung des Damm-Kontrollsystems, der Bau einer zweiten Hochwasserentlastungsanlage, die Dammerhöhung zur Vergrößerung des Hochwasserschutzraumes und der Bau eines zweiten Kraftwerks, die 1994 bis 2001 umgesetzt wurden, brachten den ältesten staatlichen Wasserspeicher Bayerns wieder auf den neuesten Stand der Technik.

Bild Luftbild Sylvensteinspeicher
+ Luftbild Sylvensteinspeicher
Grafik Dammquerschnitt
+ Grafik Dammquerschnitt

Technische Daten

Auflistung Technische Daten Sylvensteinsee
Hydrologie

Niederschlagseinzugsgebiet bis zur Talsperre 1.138 km²
Mittlere Jahresabflusssumme 570 Mio. m³
Mittlerer Speicherzufluss 18 m³/s
HQ100
(Speicherzuflussspitze bei einem 100-jährlichen Hochwasser)
950 m³/s
   
Stausee

Höchststau 767 müNN
Normalstau (Sommerhalbjahr SHJ / Winterhalbjahr WHR) 750 / 752 müNN
Tiefststau 736,40 müNN
Gesamtstauraum 124,3 Mio. m³
Hochwasserrückhalteraum (SHJ / WHJ) 61 / 53,4 Mio. m³
Niedrigwasserraum 40 Mio. m³
Seefläche bei Höchststau 6,6 km²
Seefläche bei Normalstau (SHJ / WHJ) 3,5 / 3,9 km²
Wassertiefe bei Normalstau (SHJ / WHJ) 25 / 27 m
   
Absperrbauwerk
(Dammbauwerk mit Innendichtung)
Höhe über Talsohle 44 m
Kronenlänge 180 m
Kronenbreite 15 m
Bauwerksvolumen 1,03 Mio. m³
   
Wasserkraft

Fallhöhe im Mittel 26 m
Maximaler Durchfluss Kraftwerk 1 11 m³/s
Maximaler Durchfluss Kraftwerk 2 15 m³/s
Nennleistung Kraftwerk 1 2600 kW
Nennleistung Kraftwerk 2 3800 kW
Mittlere Jahresstromproduktion von beiden Kraftwerken
25 Mio. kWh

Niedrigwasseraufhöhung

Bild Restwasser in der Isar
+ Seit 1990 verbleibt am Krüner Wehr aus ökologischen Gründen ein Restwasser von mindestens 4 m³/s (im Mittel) im Isarbett.

In Trockenzeiten dient der Sylvensteinspeicher zur Sicherstellung einer ausreichenden Wasserführung im Isarbett. Der natürliche Abfluss ist durch Wasserableitungen zum Walchen- und Achensee stark geschmälert. Für eine gezielte Abflussverbesserung in der Isar unterhalb der Talsperre wird Wasser aus dem Niedrigwasserraum ins Unterwasser abgegeben. Die Abgabe wird so gesteuert, dass am Pegel Bad Tölz im Winterhalbjahr mindestens 10 m³/s und im Sommerhalbjahr mindestens 20 m³/s in der Isar abfließen.

Hochwasserschutz

Hochwasser in Bad Tölz
+ Luftbild Hochwasser in Bad Tölz

Der Sylvensteinspeicher bietet den Bewohnern des Isartals Schutz vor Hochwasser, insbesondere für die Räume Bad Tölz und München. Dabei werden Hochwasserwellen im Speicher zurückgehalten und die Wasserabgabe soweit gedrosselt, dass in den Unterliegersiedlungen möglichst keine Schäden entstehen. Als Entscheidungshilfe für diese Hochwasserbewirtschaftung steht auf der Basis eines Niederschlags-Abflussmodells ein Rechenprogramm zur Verfügung, das Abflussvorhersagen für die Unterliegersiedlungen sowie die Optimierung der Speicherabgaben und des Speicherinhalts ermöglicht.
Seine zuverlässige Schutzwirkung vor einer Jahrhundertflut hat der Sylvensteinspeicher beim Pfingsthochwasser 1999 und beim Augusthochwasser 2005 eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Kraftwerke

Für die Niedrigwasseraufhöhung der Isar und die Steuerung des Wasserstandes im Speicher müssen häufig sich ändernde, kleinere Wassermengen feinreguliert abgegeben werden. Außerdem stehen je nach Füllungsgrad des Speichers Gefälle von 13 bis 37 m zur Verfügung. Es lag deshalb nahe, an der Talsperre Kraftwerke zu bauen, die in erster Linie der Feinregulierung dienen und daneben umweltfreundlichen Strom erzeugen. Die Kraftwerke werden im Auftrag der Bayerischen Landeskraftwerke vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim betrieben.

Neues Kraftwerk
+Neues Kraftwerk

Kraftwerk alt (seit 1959)

Kaplan-
Rohrturbine
3,2 MW
Fallhöhe 13 - 37 m
Durchflussmax.15 m³/s
Mittlere Jahres-
Stromproduktion
5 Mio. kWh
Kraftwerk neu (seit 2000)

Compact-Axial-
Turbine
3,8 MW
Fallhöhe 13 - 37 m
Durchflussmax.15 m³/s
Mittlere Jahres-
Stromproduktion
20 Mio. kWh

Naturschutz

Der Sylvensteinsee liegt im Schnittpunkt der vier Naturräume Kocheler Berge, Isartal, Mangfallgebirge und Karwendel.

Der fjordartige See liegt im Landschaftsschutzgebiet "Obere Isar" und muss heute als integraler Bestandteil des Naturraums gesehen werden. Die Berghänge mit verschiedenen Waldgesellschaften und Sonderstandorten (Quellmoore, Trockenrasen) sowie die Isar-Aue mit verschiedenen Elementen einer Wildflusslandschaft bieten vielen seltenen Pflanzen- und Tierarten entsprechenden Lebensraum.

Schwalbenschwanz Enzian
+Schwalbenschwanz Enzian

Freizeit / Erholung

Mit der interessanten, natürlich anmutenden Seefläche und der gut eingepaßten Gestaltung bereichert der Sylvensteinspeicher das Landschaftsbild und ist ein Anziehungspunkt für Erholungssuchende und Feriengäste.

Badeplatz
+Badeplatz

Als Naturraum bietet der Sylvensteinsee mit der Isar und ihren Auen eine Vielzahl attraktiver Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten.

Weiterführende Informationen

Dokumente zum Download/Bestellen

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