Sylvensteinspeicher

So benannt nach einer natürlichen Engstelle im oberen Isartal- staut neben der Isar auch deren Seitenzuflüsse Dürrach und Walchen auf. Dadurch entstand ein fjordartiger See, der sich so natürlich in die Berglandschaft einfügt, als sei er ein Relikt aus der Eiszeit. Seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1959 bietet der Speicher den Bewohnern des Isartals Schutz vor Hochwasser. In Trockenzeiten dient er der Aufhöhung des durch Wasserableitungen geschmälerten Isarabflusses. Daneben hat er sich zu einem Anziehungspunkt für Naherholung und Fremdenverkehr entwickelt und erzeugt mit seinen Wasserkraftwerken umweltfreundlichen Strom. Auch viele seltene Pflanzen- und Tierarten haben sich um den See herum angesiedelt.

Bild vom SylvensteinspeicherBild vergrössernDer Sylvensteinspeicher

Niedrigwasseraufhöhung


Trockenzeiten dient der Sylvensteinspeicher zur Sicherstellung einer ausreichenden Wasserführung im Isarbett. Der natürliche Abfluss ist durch Wasserableitungen zum Walchen- und Achensee stark geschmälert. Für eine gezielte Abflussverbesserung in der Isar unterhalb der Talsperre wird Wasser aus dem Niedrigwasserraum ins Unterwasser abgegeben. Die Abgabe wird so gesteuert, dass am Pegel Bad Tölz im Winterhalbjahr mindestens 10 m³/s und im Sommerhalbjahr mindestens 20 m³/s in der Isar abfließen.

Hochwasserschutz


Der Sylvensteinspeicher bietet den Bewohnern des Isartals Schutz vor Hochwasser, insbesondere für die Räume Bad Tölz und München. Dabei werden Hochwasserwellen im Speicher zurückgehalten und die Wasserabgabe soweit gedrosselt, dass in den Unterliegersiedlungen möglichst keine Schäden entstehen. Als Entscheidungshilfe für diese Hochwasserbewirtschaftung steht auf der Basis eines Niederschlags-Abflussmodells ein Rechenprogramm zur Verfügung, das Abflussvorhersagen für die Unterliegersiedlungen sowie die Optimierung der Speicherabgaben und des Speicherinhalts ermöglicht. Seine zuverlässige Schutzwirkung vor einer Jahrhundertflut hat der Sylvensteinspeicher beim Pfingsthochwasser 1999 und beim Augusthochwasser 2005 eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Kraftwerke


Für die Niedrigwasseraufhöhung der Isar und die Steuerung des Wasserstandes im Speicher müssen häufig sich ändernde, kleinere Wassermengen feinreguliert abgegeben werden. Außerdem stehen je nach Füllungsgrad des Speichers Gefälle von 13 bis 37 m zur Verfügung. Es lag deshalb nahe, an der Talsperre Kraftwerke zu bauen, die in erster Linie der Feinregulierung dienen und daneben umweltfreundlichen Strom erzeugen. Die Kraftwerke werden im Auftrag der Bayerischen Landeskraftwerke vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim betrieben.

Weiterführende Informationen

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Naturschutz


Der Sylvensteinsee liegt im Schnittpunkt der vier Naturräume Kocheler Berge, Isartal, Mangfallgebirge und Karwendel.Der fjordartige See liegt im Landschaftsschutzgebiet "Obere Isar" und muss heute als integraler Bestandteil des Naturraums gesehen werden. Die Berghänge mit verschiedenen Waldgesellschaften und Sonderstandorten (Quellmoore, Trockenrasen) sowie die Isar-Aue mit verschiedenen Elementen einer Wildflusslandschaft bieten vielen seltenen Pflanzen- und Tierarten entsprechenden Lebensraum.

Freizeit / Erholung


Mit der interessanten, natürlich anmutenden Seefläche und der gut eingepaßten Gestaltung bereichert der Sylvensteinspeicher das Landschaftsbild und ist ein Anziehungspunkt für Erholungssuchende und Feriengäste. Als Naturraum bietet der Sylvensteinsee mit der Isar und ihren Auen eine Vielzahl attraktiver Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten.


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